Pineal Architecture

jarDNA vertikaler Garten

In Zusammenarbeit mit Bea Goller

Intervention an vertikalen Oberflächen im städtischen Raum

nächstes Projekt

Die Idee ist es einen vertikalen Garten aus vorgefertigten Modulen für Brandwände im städtischen Kontext zu entwerfen. Als Beispiel diente eine Wand in Badalona (nahe Barcelona, Spanien).


„Wir brauchen Grünräume in einer Stadt, da die Luftverschmutzung hier sehr hoch ist und dies negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Es sind Pflanzen, die den Sauerstoff erzeugen, den wir zum Atmen brauchen. Wir brauchen also so etwas wie eine neue Schicht der Stadt, eine die uns mit Sauerstoff versorgt. Wir glauben, daß dies Thema höchste Priorität hat, denn ohne genügend Sauerstoff können wir nicht leben. Die Zunahme der Autoabgase in den städtischen und industriellen Gebieten zwingt uns dazu nach nachhaltigen Lösungen zu suchen, um weiterhin die körperliche und psychische Verfassug der Bewohner der Städte zu gewährleisten.


Wir wollen einen  architektonischen Vorschlag für einen vertikalen Garten, der das Thema der Dreidimensionalität aufnimmt, denn Brandwände spiegeln schon aufgrund ihrer grundeigenen Eigenschaften einen dreidimensionalen Raum wieder. Brandwände sind ein Schnitt durch ein Gebäude. Wenn das angrenzende Gebäude abgerissen wurde und die Brandwand sichtbar wird, sieht erkennt man nach wie vor Teile der Räume wieder wie sie vorher an dieser Stelle existierten und bewohnt waren. Und selbst wenn es nie ein angrenzendes Gebäude gab verstehen wir die Fläche einer Brandwand nicht als plan, sondern als dreidimensionalen Raum.


Desweiteren gefiel uns der Gedanke von Modulen, so dass der vertikale Garten sich an jede vertikale Oberfläche anpassen kann, wie ein Stoff, der beim Schneidern an den jeweiligen Körper angepasst wird.


Wir suchten ein Material jenseits derer, die normalerweise in der Architektur verwendet werden, eines das vor allem leichter und einfacher formbar ist. Entweder Plastik oder Verbundmaterialen sahen wir als ideal an für dieses Projekt.Sie sind zudem widerstandsfähig, einfach in der Herstellung und relativ kostengünstig.


Die Module selbst sowie ihre Erscheinung im Ganzen an einer Wand sollte an natürliche Gewächse erinnern, an Bambus oder Gras z.B., die die Brandwand schon ohne Bepflanzung in eine „grüne“ Kolonnade verwandelt.


Die „Halme“ des jarDNA können beliebig gruppiert werden und können bei geringeren Höhen auch frei im Raum oder auf einem Platz stehen. Die Elemente sind an sich selbsttragend. Nur bei größeren Höhen schlagen wir ein dreidimensionales, sich in sich aussteifendes Sytem von Druckstäben und Zugseilen vor, die dem „Garten“die nötige Stabilität gibt bzw. gegebenenfalls auch an einer Wand befestigt werden kann.


Der Name der Module kommt von ihrer gestalterischen Anlehnung an die spiralförmige DNA, Erbinformationsträger alles Lebens.


Die Tatsache, daß wir lernen unsere Umwelt besser zu schützen, und ein Bewusstsein zu schaffen, daß die neuen Brandwände lebendig sind und wir dies Leben auch erhalten müssen, sensibilisiert uns auch generell die Umwelt mehr zu achten und erinnert uns daran, daß wir in einer Gemeinschaft mit der Natur leben.

Dieser vertikale Garten trägt bei zur Verbesserung der Umwelt und des städtischen Raums: er atmet, er erfreut dich, er verschönert dein Umfeld und ist experimentell...”

Bea Goller


Das Modul


Das Grundmodul des vertikalen Gartens besteht aus einem geneigten Zylinder von 1m Höhe und 35cm Durchmesser.  Mehrere sich erst verkleinernde und dann wieder verbreiternde Bänder, die sich spiralförmig um die Zylinderoberfläche wickeln bilden ein Gewebe, welches die tragende Struktur der Module ist. Jeweils am oberen und unteren Ende, an den Verbinderstücken ist das Gewebe fast komplett geschlossen, aus Gründen der Statik aber auch der Ästethik, am unteren Ende des Moduls befindet sich der Erdsack für die Pflanzen. Die Mitte des Moduls ist möglichst offen um den Pflanzen möglichst viel Platz, Luft und Licht zu gewähren, ausserdem gibt es der ganzen Stuktur mehr Filigranität.
Das „Gewebe“ besteht aus Fiberglas während die Verbindungsstücke aus Eisen am oberen und am unteren Ende des Moduls eine starke Verbindung gewährleisten.

Die Module lassen sich in sechs verschiedenen Positionen aufeinander setzen. Dies erzeugt bei grösserer Höhe bzw bei mehreren nebeneinander stehenden, unterschiedlich aufgebauten  „Halmen“ ein natürliches Bild.


Für die landschaftsgärtnerische Ausstellung im öffentlichen Raum in Girona (Spanien) ‚Temps de Flors,  wurden einige Prototypen des Moduls erstellt und während einer Woche der Öffentlichkeit präsentiert.