Pineal Architecture

Venus.bcn

In Zusammenarbeit mit Bea Goller

Ideenwettbewerb - neue Konzepte für zeitgemäße Wolkenkratzer

nächstes Projekt

Von Tiefseeschwämmen inspiriert schaffen wir eine komplexe Fiberglasstruktur und einen neuartigen Typus Hochhaus.


Inspiration und Ausgangspunkt unserer Überlegungen war der Wunsch einen Turm zu konstruieren, der den heutigen Ansprüchen an energetischer Nachhaltigkeit aufgrund seiner Konstruktion und auch bei seiner späteren Nutzung gerecht wird. Dieses Konzept sollte natürlich auch ästhetisch die äussere Erscheinung des Gebäudes prägen.
Bei unseren Recherchen stiessen wir auf eine eigentümliche Gattung eines Tiefseeschwamms, den Gießkannenschwamm (Euplectella aspergillum), eine Art aus der Klasse der Glasschwämme. Im englischen heißt der Schwamm auch „Venus' flower basket“. Die Grundstruktur der Euplectella aspergillum sind Fasern aus Silikaten, die zu einer Gitterstruktur verschmelzen. Die Strukturen bestehen dabei aus einem Material, das der kommerziellen Glasfaser ähnlich ist.
Der Schwamm lebt in Symbiose mit einer biolumineszenten Tiefseekrabbenart, die in ihm lebt. Das Glasgeflecht des Schwamms wird so beleuchtet und Nahrung für die Krabbe wird angelockt. Die Krabbe hingegen reinigt den Schwamm.
Ausgehend von diesem Bild aus der Natur entwickelten wir eine neue Art eines bioklimatischen Gebäudes, das eine komplexe Verbindung aufbaut zwischen der menschlichen Konstruktion - eben dem Gebäude - und der Natur, d.h. den natürlichen Organismen, den Menschen und dem Meer, das es umgibt.

Konstruktion und Komposition.
Das Projekt ist eine  Zusammensetzung von drei voneinander unabhängigen und unterschiedlich hohen Türmen auf einer sich in das Meer schiebenden Plattform, die sie vereint und ihnen als technische Basis dient. Jeder Turm besteht aus einer Komposition von 6 Modulen eines  geneigten Zylinders. Die Module werden jeweils mit einem Winkel von 60, 120, 180, 240 oder  300 Grad gedreht aufeinander gesetzt, sich um den senkrechten Erschliessungskern windend. Die systematische aber variable Drehung der Module gibt den Türmen ein naturnahes aussehen, erinnernd an Bambus oder Gräser und gleichzeitig können, trotz der unregelmässigen Form, die Schwerkräfte im Zentrum des Turms gehalten werden.
Jedes Segment des Turms (Modul) ist ein unabhängiges Element innerhalb der Hauptstruktur und kann jeweils völlig unterschiedliche Nutzungen und Raumaufteilungen beinhalten.
Die Spitze des Turms bildet eine ‚skylobby‘ deren Dach auch auf den Prinzipien und der Ästhetik der Euplectella aspergillum beruht.

Die Aussenhaut
Die Aussenhaut der Gebäude basiert auf verschiedenartigsten Elementen, die widerum auf Grundlage von Glasfaserverbindungen, Silikaten und Lichtwellenleitern .  Sie bilden in ihrer Kombination die tragende Konstruktion, gleichzeitig dienen sie aber auch zur Energiegewinnung (Solarpaneele), zur Energieverteilung, zur Datenübertragung,  und als Basis für Wolkenwasserkollektoren und für die vertikale Bepflanzung der Fassade.
Die Ausarbeitung der konstruktiven Elemente lehnt sich an den natürlichen Silikataufbau der Euplectella aspergillum an: vertikale und ringförmige Strukturen bilden das Grundraster der Konstruktion, jedes zweite Feld, schachbrettartig angordnet, wird mit einem feinen Netz aus Glasfasern verstärkt, das ganze wird konstruktiv ausgesteift durch große spiralförmig um das Gebäude laufende Elemente, die gleichzeitig als Sonnenkollektoren dienen. Eine innenliegende haut bildet den Wetterabschluß des Gebäudes. Wolkenwasserkollektoren und die Bepflanzung der Fassade bilden die äußere Schicht der Fassade.

Standort
Obwohl die Türme gleichermaßen an vielen Orten der Welt stehen könnten, vorausgesetzt er liegt am Meer, scheint es uns angemessen vorzuschlagen, ihn in Barcelona zu plazieren. Aufgrund des neuartigen Gebäudekonzepts als nachhaltiger und energieautarker Wolkenkratzer verstärkt es das Image der Stadt als pulsierende, moderne Großstadt.
 
 

Innenansicht Perspektive Seitenansicht Innenansicht

Innenansicht